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FLUGABWEHRSTAFFEL (01.Apr.1971 - 30.Jun.1992)

 

frühere Bezeichnungen der Staffel:   keine

spätere Bezeichnungen der Staffel:  keine

 

 

 

 

1971-1982


1982-1992
 


diese Dienststelle hatte kein eigenes Wappen Geschäftsbereich
 
Einheiten & Fachgruppen

 
das Wappen wird noch gesucht 1.Zug
das Wappen wird noch gesucht 2.Zug
das Wappen wird noch gesucht 3.Zug
das Wappen wird noch gesucht 4.Zug
das Wappen wird noch gesucht 5.Zug
das Wappen wird noch gesucht Wartung- &
Instandsetzung
das Wappen wird noch gesucht Ausbildungs-gruppe
das Wappen wird noch gesucht Staffelnachschub
   

 externe Links

 Bofors 40mm L70 (Wikipedia)
 Roland
(Wikipedia)
 
 

Diese personell relativ kleine Flugabwehrstaffel hat den Auftrag, den Fliegerhorst Jagel gegen Luftangriffe aus tiefen und mittleren Höhen gegen Angriffe zu schützen. Mit einer Friedensstärke von gerade einmal 110 Soldaten stellt sie ein wichtiges Instrument der aktiven Verteidigung dar. Aus- und Weiterbildung der Soldaten sowie Wartung und Pflege der Geschütze, Feuerleitgeräte, Stromerzeuger und der Fahrzeuge bestimmen den Alltag dieser Staffel. Höhepunkt eines jeden Ausbildungsjahres sind die Schießplatzaufenthalte auf dem Truppenübungsplatz Putlos und dem Fla-Schießplatz Todendorf.

 

Ein weiterer unverzichtbarer Teil der Flugabwehrstaffel ist die Ausbildungsgruppe. Hier werden komplette Kampfbesatzungen oder einzelne Kommandanten oder Richtkanoniere in eigens dafür programmierten Übungen ausgebildet und trainiert.

 

Einundzwanzig Jahre nach Aufstellung der Staffel, wird sie Aufgrund der Geschwaderauflösung mit Wirkung vom 30. Juni 1992 aufgelöst. Das Personal wird in die Flugabwehrstaffeln der MFG2 und MFG3 integriert.

 

 

 

Waffensysteme der Staffel

  

BOFORS 40mm L70

Zur Erfüllung ihres Auftrages stehen der Staffel von Beginn an (Stückzahl ???) Radargesteuerte Flugabwehrkanonen vom Typ "BOFORS 40mm L70" auf Lafette zur Verfügung. Seine schnelle Feuerrate und die hohe Mündungsgeschwindigkeit machen es zu einer effektiven Vielzweck-Waffe, die es ermöglicht, Luftlandungen und Luftangriffe in niedrigen Höhen wirkungsvoll abzuwehren. Im Gegensatz zu den Flugabwehrkanonen des Heeres, sind auf den Marineflugplätzen des MFG1 (Jagel), MFG2 (Eggebek) und MFG3 (Nordholz) die Geschütze mit einer speziellen Mehrladeeinrichtung mit einer Vorladung von 144 Schuss versehen. Bis auf die Manöverpatronen verfügten alle Munitionssorten über eine Leuchtspur. Die optimale Kampfentfernung gegen Luftziele lag in etwa bei 3200-3600m. Die Kanone mit ihrem 2,80m langen Rohr konnte sowohl manuell über das NIFE-Reflexvisier, als auch automatisch über das Feuerleitgerät Deisswil VII B "SUPER FLEDERMAUS" gerichtet werden. Die effektive Reichweite des Feuerleitgerätes betrug 50km im Such-Modus und 40km im Verfolgen-Modus.

 

Ein Zug bestand aus:

                1x Feuerleitgerät DEISWIL D7B „Superfledermaus“

                3x BOFORS L70/40mm

                2x Stromerzeugeraggregat 50kVA (auf Anhänger mit Tragebrücke montiert.)

 

Die Zielverfolgung des Feuerleitgerätes wurde von einem komplett Röhrengestützten Analogrechner bzw. durch manuelle Verfolgung mit automatischer Aufschaltung durchgeführt. Die Übertragung der Signale an die Geschütze erfolgte über Feldmäßig verlegt Steuerleitungen. Es konnte ein Flugziel verfolgt und bekämpft werden, wobei alle 3 Kanonen elektrisch angesteuert wurden. Das Richtgerät hatte eine Servosteuerung (mittels Thyratron) und war manuell per Joystick bedienbar. In der Praxis wurden immer alles drei Geschütze, wie bereits beschrieben, per Fernsteuerung mit dem Analogrechner eingerichtet. Die Nahsteuerung der Geschütze wurde jedoch durch die Geschütz-Mannschaft betrieben. Das Bodenradar hatte eine Impulsleistung von 150kW (mittels Magnetron), sowie eine Reichweite von 70km. Die Stromversorgung erfolge über einen MAN Diesel mit 50kVA Generator, der auf einem Anhänger mit Tragbrücke montiert war. Die Tragebrücken waren absetzbar, damit die Motorschwingungen nicht das Fahrgestell belasteten.

 

Montiert war die Kanone beim Heer auf einer vierrädrigen Selbstfahrlafette, welche die Möglichkeit bot, das Geschütz ohne abprotzen direkt abzufeuern. Die Treffgenauigkeit blieb in diesem Fall aber ein wenig auf der Strecke. Eine geübte Mannschaft brauchte für einen geordneten Aufbau (abprotzen + Stützbeine per Handkurbel ausfahren) nicht mehr als eine Minute.
In den Marinefliegergeschwadern war das Geschütz jedoch auf einer gezogenen Kreuzlafette montiert. Der Aufbau dauerte dadurch ein wenig länger, dafür war die Treffergenauigkeit höher. Ein Grund für die gezogene Kreuzlafette dürfte auch sein, daß die Geschütze im Ernstfall in erster Linie die eigenen Flugplätze geschützt und verteidigt hätten.

 

  

ROLAND

In der zweiten Jahreshälfte 1988 wird der Nachfolger, das Waffensystem "ROLAND" (FRR) beim MFG1 in Dienst gestellt. Die ersten beiden Einheiten wurden jeweils auf den 1.Fla.Rak.-Zug und den 2.Fla-Rak.-Zug aufgeteilt.

Beim ROLAND handelt es sich um ein System, welches in einem Container integriert auf einem LKW montiert ist. Das System kann unabhängig von äußeren Energieversorgungen oder Sensoren betrieben werden, da es über eine eigene Energieversorgung verfügt. Das Bordeigene Suchradar hat eine Reichweite von mind. 16 Kilometern. Die Lenkflugkörper werden mittels manueller bzw. automatischer Steuerung auf ihr Ziel geleitet.

Reparaturen an der Waffenanlage werden von der Staffeleigenen Wartungs- und Instandsetzungsgruppe durchgeführt.

 

  

    BOFORS 40mm L70 Mod.69

    Kaliber:

40 mm
    Munition : 40MM X 365 HE-T (Spreng, L-Spur)
40MM X 365 AP-T (Pzbr. Hartkern, L-Spur)
40MM x 365 Üb-T (Übung, L-Spur)
40MM x 365 MAN (Manöverpatrone)
    Geschoßgewicht: 870 g
    Geschützgewicht: ca. 5100 kg
    Mündungsgeschwindigkeit: 1030 m/s
    Kadenz: ca. 330 /min
    Schußweite max.: 12600 m
    optimale Kampfentfernung:  ≈ 3600 m
    ROLAND (FRR)

    Masse:

27500 kg
    Länge: 9,80 m
    Breite: 2,90 m
    Höhe: 3,96 m
    Besatzung: 3 Mann
    Anzahl LFK: 2 + 8
    Operationsreichweite (Straße): 800 km
 
 
 

Die Schießplätze Todendorf und Putlos

Der Truppenübungsplatz Todendorf liegt nördlich, etwa 6km von Lütjenburg entfernt, direkt an der Ostsee.
Er besteht aus mehreren Schießbahnen für leichte Geschütze (20-40mm), sowie aus verschiedenen Schießständen für leiche Waffen (z.B. Maschinengewehr) zur Flugabwehr.
Die Schießbahn besteht aus mehreren Zonen und befindet sich gerade einmal ca. 30m von der Ostseeküste entfernt.
In der 1. Zone befinden sich die Kanonenstellungen. In der 2. Zone beziehen die Feuerleitgeräte und Stromerzeugeraggregate Aufstellung. Beiden Zonen werden durch etwa 40m Rasenfläche voneinander getrennt.

In der Mitte der Schießbahn, in der Hinteren Zone, befand sich der Kommandoturm (Tower). Im Anschluß daran befanden sich die Plätze mit den Fahrzeugen.

Die Zieldarstellung wurden von der OV-10B Bronco und der Fiat G.91 geflogen.

Von der Bronco wurde ein Schleppsack (ca. 4m lang, 50 cm Ø, Kupferdurchwebter Stoff mit vorgesetztem Transmitter) gezogen. Bei diesem Transmitter handelt es sich um ein Mikrofon, daß die Geräusche der vorbei fliegenden Geschosse akustisch aufnimmt und der 3-, 6-, 9- und 12 Meter Trefferzone um den Schleppsack herum zuordnet. Dieser Schleppsack wurde an einem ca. 1200-1500m langem Schleppseil gezogen. Die Bronco hatte 3 dieser Schleppsäcke an Bord. Mit viel Glück wurde ein Luftsack abgeschossen. Es wurden Strichlisten über jeden Abschuß geführt. Die Abgeschossenen Luftsäcke wurden als Trophäe auf der Wiese zwischen den Bahnen abgeworfen. Die MFG 1 H-Fla war dafür berüchtigt. Diese Ereignisse wurde dann auch gefeiert.

Das Feuer auf's Schleppziel der Bronco durfte erst eröffnet bzw. freigegeben werden, wenn die Maschine über Land war (Freigabe durch Sicherheitsoffizier mittels Drucktaster Ampelanlage). Es gab Überflüge und Vorbeiflüge.

Von der G.91 konnten zwei Bombenförmige Schleppkörper aus Hartschaumstoff (Seillänge 3200-3600m) gezogen werden. Diese befanden sich in einer Art Korb an den Tragflächen. Dort waren auch die Seilbehälter mit den Seilwinden befestigt. Im Notfall konnte das Seil gekappt werden. Im Schleppkörper war ebenfalls ein Mikrofon (TAS genannt) verbaut, welches als Trefferanzeigesystem diente. Anders als die Bronco mit ihrem Schleppsack, durfe die G.91 mit angebrachtem Schleppkörper nicht über Land geflogen werden. Daher wurden Schleppkörper auch nie über dem Übungsgelände abgeworfen.  Die Maschine flog im XY-Kurs vor der Feuerstellung über der Hohwachter Bucht. Hier wurde das Feuer aufs Ziel erst eröffnet, wenn sich das Schleppflugzeug im Wechselpunkt befand. Deshalb und wegen der höheren Geschwindigkeit der Flugzeuge kommt die so extrem lange Seillänge zustande.

 

   

Der Truppenübungsplatz Putlos befindet sich nordwestlich von Oldenburg/Holstein und grenzt teilweise direkt an der Ostsee.

Der Erdzielschießplatz Putlos bestand aus vielen Schießbahnen für alle möglichen Waffen. Auf den Schießbahnen waren in verschiedenen Entfernungen (der Reichweite der Waffen entsprechend) Schießscheiben im Gelände aufgestellt.

Die Trefferermittlung erfolgte Optisch. Es wurde auch Nachtzielschießen durchgeführt,was durch die Leuchtspurmunition sehr interessant aussah.

Eine Besonderheit bestnd darin, daß der 5.Zug Sicherheitsposten an den Zufahrtswegen zu stellen hatte, damit niemand in den Schußbereich gelangte.

  

  

Die Luftziele/Zieldarsteller

  

Für die Zieldarstellung besaß die Bundeswehr achtzehn OV-10B Bronco, welche in Lübeck-Blankensee stationiert waren und von der zivilen Firma Rheinflugzeugbau (RFB) betrieben wurden. Sie besaßen weder Bewaffnung noch Sensoren. Die schwenkbare Frachttür am Rumpfheck war durch eine Glaskanzel ersetzt worden, durch die der entgegen der Flugrichtung sitzende „Operator“, das Schleppziel einsehen und kontrollieren konnte. Das Schleppziel wurde mittels einer Seilwinde gesteuert. Weiterhin waren die Flugzeuge mit auffälligen orangefarbigen Flächen versehen, die der leichteren Erkennbarkeit des Schleppflugzeugs während der Zielübungen dienen sollten.

Die Fiat G.91 wurden durch die Lufthansa-Tochter Condor betrieben. Am 1. Oktober 1966 erhielt die Condor Flugdienst erstmals als privates Unternehmen den Auftrag, mit Flugzeugen Luftziele zu simulieren. Dazu wurden in den ersten Jahren sechs F-86 Sabre eingesetzt, die mit Schleppzielen aus Pappe, Textil oder Kunststoff ausgerüstet waren. 1974 wurden die Maschinen durch vierundzwanzig Fiat G.91 ersetzt. 1976 verlegten diese Flugzeuge vom bisherigen Standort Westerland/Sylt auf den Fliegerhorst Hohn. Am 24. Mai 1989 wurde dann die GFD als Tochter der Condor und der Aero-Dienst gegründet, um mit einem wirtschaftlicheren zivilen Flugzeugmuster Zieldarstellung zu fliegen. Die Firma GFD fliegt noch heute mit Learjet 31, Learjet 35 und Learjet 36 Zieldarstellung für die Bundeswehr.

 

 

 

Staffelchef:
 
von bis  
01.01.1971 31.03.1973 KptLt Petersen
01.04.1973 30.08.1976 KKpt Dams
01.09.1976 30.09.1980 KptLt Wentzel
01.10.1980 30.09.1983 KptLt Neumann
01.10.1983 30.09.1986 KptLt Jentzsch
01.10.1986 30.09.1991 KKpt Ebeling
01.10.1991 30.06.1992 KKpt Hammann
Spieß:
 
von bis  
02.01.1971 30.06.1981 SB Schärf
??? ??? HB Kotzmann
??? ??? HB Niedergriese
??? ??? OSB Koch
??? ??? ???
     
     
   

Ich bedanke mich bei den Schreibpaten und freue mich über jede weitere Unterstützung.

Schreibpate:

 

A.Luther

 

 

P. Goldau

 

  J.Gerting  

 

 

 

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